AUSBILDUNGSLEHRGÄNGE

Therapie(begleit)hunde-Ausbildung in Theorie und Praxis

Ein Hund bringt viel Freude ins Leben. Wäre es nicht schön, einen Teil davon auch für andere erlebbar machen zu können? Mit unserer Therapie(begleit)hunde-Ausbildung haben Sie die Möglichkeit, sich und Ihren Hund optimal auf diese wunderbare Aufgabe vorzubereiten. Wir freuen uns schon sehr darauf!


Therapiebegleithunde-Ausbildung in Theorie & Praxis

Vorbereitung für die Beurteilung der Prüf- und Koordinierungsstelle Therapiebegleithunde des Messerli Forschungsinstitut, Veterinärmedizinische Universität Wien


Gesundheit / Förderung / Prävention

Nachweislich gelingt es Hunden in vielerlei Hinsicht uns Menschen etwas Gutes zu tun. Die hundegestützte Arbeit erfordert jedoch viel Wissen und einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Hund. Ziel der Therapie(begleit)hunde-Ausbildung ist es, Sie und Ihren Hund umfassend für die zielorientierte Arbeit in sozialen Einrichtungen zu schulen. In einer sinnvollen Kombination aus Theorie und Praxis lernen Sie, sich auf die Möglichkeiten und Grenzen ihres Tieres einzulassen sowie respektvoll mit Ihrem Hund zusammenzuarbeiten. Wir bereiten Sie bestmöglich für die Beurteilung durch das Messerli Forschungsinstitut und darüber hinaus vor. 

Umfangreiches Fachwissen erlangen

Die Arbeit mit Hunden im sozialen Bereich erfordert umfangreiche Fachkenntnisse. Die einjährige Ausbildung beinhaltet die gesamte praktische und theoretische Vorbereitung auf Ihren Einsatz als Team. Expertinnen aus den Bereichen Hundetraining, Veterinärmedizin, Recht, Psychologie, Pädagogik, Geriatrie sowie Behindertenarbeit teilen ihr Wissen und gewährleisten Ihnen dadurch eine solide und umfassende Therapie(begleit)hunde-Ausbildung.

Eine solide Ausbildung für Mensch und Hund

Ein gut gestalteter Therapie(begleit)hunde-Einsatz ist ein schönes Erlebnis für Mensch und Hund. Sie lernen Ihren Hund anzuleiten und durch den Besuch zu führen, dabei Ihren Hund mental zu fördern, sein Selbstvertrauen zu stärken sowie Ihre Beziehung zum Hund zu verbessern. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Bedürfnisse Ihres Hundes erkennen, verstehen und berücksichtigen und Ihrem Hund Ausgleich und Erholung ermöglichen.

Soziale Einrichtungen und ihre Arbeitsweise

Sie erhalten Einblicke in unterschiedliche soziale Tätigkeitsbereiche sowie deren Arbeitsweise und lernen, wie zielorientierte Konzepte und Interaktionen der hundegestützen Therapie angepasst, organisiert, durchgeführt und qualitativ beurteilt werden.


Sie lernen:
  • die Bedürfnisse des Hundes zu erkennen, zu verstehen und zu berücksichtigen
  • unterschiedliche soziale Tätigkeitsbereiche sowie deren Arbeitsweise kennen
  • vieles über zielorientierte Konzepte und Interaktionen der hundegestützen Therapie
  • wie Sie Therapiebegleithunde-Einsätze organisieren, managen und weitgehend stressfrei durchführen
  • Ihren Hund anzuleiten und durch den Besuch zu führen
  • die Qualität Ihres Einsatzes zu bewerten

und vieles mehr


Lehrinhalte im Überblick

Hundewissenschaften:

Sinne des Hundes, Entwicklungsphasen und Bedürfnisse des Hundes, Stress bei Hunden, Lernverhalten, Beschwichtigungssignale, Ausdrucksverhalten, Angst, Aggression, Eskalation, Lernverhalten und -umfeld, Motivation, Equipment, Entspannungstechniken, Kommunikation mit dem Hund,

Gesundheit:

Schmerzen beim Hund, Hygiene und Immunologie, Infektionskunde, Erste Hilfe beim Hund

Soziale Einrichtungen:

Einsatzbereiche, pädagogische Grundlagen, psychologische Grundlagen, medizinische Grundlagen der Geriatrie, Kind & Hund, Grundlagen der Psychologie, Möglichkeiten und Grenzen der Einsätze, Organisation, Management und Gestaltung eines weitgehend stressfreien Einsatzes, Umgang mit Patienten/Kindern/Bewohnern, Organisation der Therapie, Grundlagen sozialer Unterstützung, Screening/Setting/aktive Veränderung, Troubleshooting, Materialien und Hilfsmittel, Kommunikation, Eigenreflexion, Qualitätsmanagement

Vertiefendes Fachwissen:

Vertiefte praktische Kenntnisse im Beobachten und Interpretieren von Hundeverhalten, vertieftes theoretisches Wissen über Verhaltensentwicklung, Körpersprache, Kommunikation und das Ausdrucksverhalten von Hunden

Rechtliche Grundlagen:

Gesetzliche Vorgaben, Tierschutz: Recht und Ethik, Versicherungsschutz und Haftung

Umfang

Die Ausbildung umfasst 110 Unterrichtsstunden:

  • 54 UE Theorie
  • 14 UE Einzeltraining: Basistraining und therapiespezifsche Situationen (Termine werden im Laufe der Ausbildung abgestimmt)
  • 11,0 UE Einsätze/Hospitationen (Termine werden im Laufe der Ausbildung abgestimmt)
  • 13,5 UE Gruppe (Sozial- und Umweltverhalten)
  • 17,5 UE Praxisworkshops

+ Eigenstudium (Literatur, Vorbereitung auf die schriftliche und praktische Prüfung, ...)


Zertigizierung und Prüfung
  • aktive Mitarbeit in den Theorieseminaren (Anwesenheitspflicht 80 %),
  • theoretische Prüfung
  • Abschlussreferat

Der Lehrgang orientiert sich an den Richtlinien des §39a Bundesbehindertengesetzes (BBG). Wir bereiten Sie bestens darauf vor, damit Sie von der Prüfstelle für Therapie(begleit)hunde des Messerli Forschungsinstituts der Vetmeduni Vienna zertifiziert werden.

Voraussetzung zum Prüfungsantritt beim Messerli Institut


Ausbildungsleitung

Nina Tschanhenz leitet die Ausbildung und betreibt die Hundeschule Freilauf. Fundierte Grundausbildungen in den Bereichen Hundetraining und -verhaltenstherpie, -ernährungslehre sowie Nasenarbeit bilden die Basis ihrer Arbeit. Nina Tschanhenz setzt sich aktiv für den Tierschutz ein, ist Gründerin der Umsicht Hundehilfe sowie Mitglied der PDTE.


ReferentInnen

ExpertInnen aus den Bereichen Hundetraining, Veterinärmedizin, Psychologie, Pädagogik, Behindertenarbeit und Geriatrie teilen ihr Wissen mit Ihnen.


Der Lehrgang orientiert sich an den Richtlinien der Pet Dog Trainers of Europe (PDTE), die sich für einen respektvollen und gewaltfreien Umgang mit Hunden einsetzen.


Voraussetzungen

Welcher Hund eignet sich für den Therapie(begleit)hundedienst?

Den idealen Therapie(begleit)hund für alle Einsatzgebiete gibt es nicht. Es gilt, die jeweiligen Eigenschaften des Hundes zu erkennen, zu berücksichtigen und entsprechend einzusetzen. Hunde, die sehr geduldig mit Kindern sind eignen sich naturgemäß eher für den Einsatz in Kindergärten oder Schulen als Hunde, die sich in Gegenwart älterer Menschen besonders wohl fühlen. Der geprüfte Therapie(begleit)hund ist im Einsatz ruhig, ausgeglichen, aufgeschlossen und konzentriert. Er begegnet neuen Reizen mit entspanntem Interesse und hat eine hohe Stresstoleranz. Ein Therapie(begleit)hund ist kein Streichelhund. Berührungen sollten dem Hund zwar keine Angst machen, es gehöt jedoch nicht immer zu seinen Aufgaben sich anfassen zu lassen.

Ein Beispiel: Die Labradorhündin Amy "rechnet" mit Senioren, um deren numerisches Denken zu fördern. Dabei stellt der Teamleiter Rechenaufgaben, die Hündin zeigt auf eine Tafel mit einer Ziffer und die Bewohner sind eingeladen zu sagen, ob ihre Antwort stimmt. Anfassen ist nicht Teil des Einsatzes, obgleich sich die Senioren freuen, wenn die Hündin freiwillig zu ihnen kommt.

Eignunsvoraussetzungen:

  • gesund und schmerzfrei (frei von ansteckenden Krankheiten und Krankheiten, welche die Konzentrationsfähigkeit beeinflussen)
  • ausgeglichenes Wesen
  • mittlere bis hohe Reizschwelle
  • nervenstark gegenüber Umwelteinflüssen
  • kein ausgeprägtes Abwehrverhalten, Rückzug bei zu stressigen Situationen
  • nicht zu temperamentvoll
  • offen für Kontakte mit Menschen
  • kooperativ (sehr gut beeinflussbar)
  • frustrationstolerant
  • Berührungen sollten dem Hund keine Angst machen
  • Akzeptanz fremder Hunde/fremder Tierarten
  • Mindestalter: 12 Monate
  • Abgeschlossene Tierhaftpflichtversicherung in der Höhe von
  • Bei Listenhunden: bestandener Wesenstest

>>>  Eine Begleithunde-Prüfung ist nicht notwendig.

Eignungsvoraussetzungen Haltenden:

  • Zuverlässigkeit
  • Aufgeschlossenheit gegenüber verschiedenen Lernmethoden
  • Teamfähigkeit
  • Mindestalter: 18 Jahre